Grossbritannien widerruft Sonderregeln

Die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer informiert, dass eine umsatzsteuerliche Registrierung im Vereinigten Königreich (VK) nur dann beantragt werden kann, wenn steuerpflichtige Umsätze im VK bereits generiert werden oder diese innerhalb von drei Monaten nach Eingang des Registrierungsantrages bei HMRC mit Sicherheit zu erwarten sind.

Umsatzsteuernummern, die durch das vor der Übergangsphase speziell eingeführte Advanced Notification of UK VAT registration Verfahren vergeben wurden, sind nicht mehr verwendbar.

Mit Beginn der Übergangsphase wurden diese von HMRC gelöscht, und die Umsatzsteuerregistrierung folgt wieder den bisherigen Regeln.

Nach derzeitigem Stand ist keine erneute Implementierung eines Sonderverfahrens geplant. Für Unternehmen, die nach Ablauf der Übergangsphase am 1. Januar 2021 Importe in das VK durchführen, kann der Registrierungsprozess ab Oktober 2020 in die Wege geleitet werden, um auf die steuerlichen Änderungen vorbereitet zu sein.

Dies betrifft beispielsweise Unternehmen, die derzeit ausschließlich steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen von Deutschland in das VK ausführen oder von einer EU-Vereinfachungsregelung Gebrauch machen.

Anja Reeves, Leiterin der Steuerabteilung der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer, erläutert: „Zum Ende der Übergangsphase fallen auch diverse vereinfachende Regelungen für Lieferungen innerhalb der EU weg und damit kommt auf Unternehmen, die nach Großbritannien exportieren, nun eine aufwendige Umsatzsteuerregistrierung zu, die einige wesentliche Abweichungen von der gewohnten deutschen Registrierung hat.

Wir raten Unternehmen, die Registrierung rechtzeitig vorzunehmen, um einer Unterbrechung der Lieferungen nach dem Ende der Übergangsphase vorzubeugen.