Tief hinab in die Erde, auf eine ausgesprochen spannende und interessante Zeitreise, ging der Ausflug mit unseren Mitgliedern am 27. September 2019. Jahrzehntelang war er eines der bestgehüteten Geheimnisse der Bundesrepublik Deutschland: Der Bunker der deutschen Bundesbank in Cochem.

Wer hätte es geahnt? Zur Bauzeit des Bunkers, in den 60er Jahren durch die Fa. Hochtief, niemand. Im beschaulichen Städtchen Cochem, versteckt in einem Wohngebiet, lagerten hier während der Zeit des Kalten Krieges in einer 1.500 m2 großen, unterirdischen Bunkerfestung 15 Milliarden D-Mark. Dieses Geld sollte im Falle von eingeschleustem Falschgeld durch den Feind als Ersatzwährung dienen. Erstaunlicherweise wurde die ganze Anlage nur von drei Personen betrieben und Tag und Nacht überwacht.

Der Bunker wurde von 1964-1988 geheim gehalten. Die Bevölkerung wusste zwar, dass es einen Bunker in Cochem gibt, allerdings waren der eigentliche Sinn und Zweck des Bunkers selbst den Nachbarn vollkommen unbekannt. Zudem war der Bunker durch die beiden Tarnwohnhäuser, die offiziell als Schulungszentrum für Bundesbankmitarbeiter genutzt wurden, perfekt getarnt. Heute kaum mehr vorstellbar in Zeiten moderner Medien und einer Bevölkerung, die weniger leichtgläubig und viel kritischer dem gesellschaftlichen und politischen Geschehen gegenübersteht als zur damaligen Zeit.

Was man allerdings wusste, war, dass der Bunker im Falle eines Atomschlags als Luftschutzeinrichtung für ca. 175 Menschen zur Verfügung stehen würde. Nach dem neuesten Stand der Technik der damaligen Zeit ausgestattet. So gab es eine vollfunktionsfähige Kommunikationszentrale mit Fernschreiber und Telefonanlage, eine Küche, ein Krankenzimmer, Schlafplätze, Büros und Aufenthaltsräume sowie Versorgung mit Energie, Luft und Wasser für einen Zeitraum von 14 Tagen. Auch dies aus heutiger Sicht undenkbar und wenig sinnvoll.

Die Führung durch den Bundesbank-Bunker war tief beeindruckend und nachdenklich stimmend. So ist er ein anfassbares Relikt des Kalten Krieges. Die Dokumentationsstätte lässt den Besucher diesen Teil der bundesdeutschen Geschichte hautnah erleben und verdeutlicht, dass ein Zustand des Friedens – gerade aus heutiger Sicht – nicht selbstverständlich ist.