EVENT-Führung: Vereinsbrauerei Apolda

Die eigenständige Vereinsbrauerei Apolda feierte im Jahr 2017 ihr 130-jähriges Bestehen – Damit ist sie eine der ältesten Firmen in Apolda überhaupt. Am 1. Oktober 1887 wurde die Vereinsbrauerei Apolda als Aktiengesellschaft in das Handelsregister von Apolda eingetragen. Sie ist mit der Stadt fest verwurzelt und ein wichtiger Bestandteil ihrer Wirtschaft.

Das Unternehmen bietet heute mehr als 55 Mitarbeitern/-innen eine solide Lebensgrundlage, eine interessante Tätigkeit im Braugewerbe und nachhaltig gesicherte Arbeitsplätze. Eine Verpflichtung, der sich die Gesellschafter der größten, noch zu 100 Prozent privat in Thüringen existierenden Brauerei, durchaus bewusst sind.

Am 23.03.2018 konnten wir mit insgesamt 17 Mitgliedern selbst einen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens werfen.

Braumeister Gunther Herrmann begrüßte unsere Gruppe am Eingangstor und begann die Führung mit einem kurzen Vortrag zur Geschichte der Brauerei. Er berichtete, dass die Vereinsbrauerei Apolda besonderen Wert auf die Verbindung modernster Technologie mit handwerklicher Braukunst lege und den Bezug einheimischer Rohstoffe fördere: So wächst der Hopfen, mit dem die Apoldaer Bierbrauer das Bier einbrauen, auf dem Boden der Elbe-Saale-Region. Das gute Malz wird in der Erfurter Malzfabrik aus der Braugerste des Thüringer Beckens hergestellt. Und nicht unerwähnt bleiben darf, dass das gute Bier als eines der gesündesten Nahrungsmittel mit dem guten Trinkwasser aus dem Höhenzug der Finne gewonnen wird.

Weiter ging es in das Sudhaus, wo uns Herr Herrmann den Vorgang des Brauens erklärte. Beginnend mit dem Maischen, Würzekochen und Gären entsteht am Ende ein wohlschmeckendes Bier in verschiedenen Sorten.

Da der Brau- und Gärprozess nicht innerhalb weniger Stunden vonstatten geht, sondern über Wochen, muss man je nach Bedarf ca. 8 Wochen im Voraus planen, um die Getränkemärkte usw. mit ausreichend Bier beliefern zu können.

Nach dem Brau- und Sudhaus besichtigten wir eine moderne und hocheffiziente Abfüllanlage. Dort erklärte Herr Herrmann uns die verschiedenen Arbeitsabläufe, beginnend mit der Flaschenreinigung bis hin zur Etikettierung. Ein großes Problem sei laut Herrn Herrmann das Sortieren des Leergutes durch die wachsende Flaschenvielfalt. Bis vor wenigen Jahren gab es ausschließlich Euroflaschen, die bei bayerischen Brauereien noch immer verwendet werden. Irgendwann setzte der Boom von Reliefs auf den Flaschenhälsen ein, welche im Einzelhandel nicht aussortiert werden und somit in den Apoldaer Kästen angeliefert werden. Bei den Flaschen handelt es sich stets um Ideen, mit denen Großbrauereien sich auf Kosten aller profilieren wollen. Durch die Aussortierung, Lagerung, Rückführung an den Eigentümer und nicht zuletzt durch die Pfanddifferenzen entstehen der Vereinsbrauerei Kosten in Höhe von 60.000 bis 80.000 Euro.

Den Abschluss der Eventführung bildete die Bierverkostung im Braustübl. Dort konnten die Mitglieder bei einem Glas Bier den Nachmittag ausklingen lassen, bevor sie die Heimreise antraten.

2018-04-25T10:47:25+00:0025.04.2018|