Am Freitag, dem 28.06.2019, traf sich eine Gruppe von CDH Mitgliedern zu der von Sylvia Malter, CDH Mitte Büro Erfurt, organisierten Führung.

Michaela Schierbaum, die neue Mitarbeiterin für Marketing und Kommunikation beim CDH Mitte und Björn Wissenbach, Tour Guide der Frankfurter Stadtevents, begrüßten die Teilnehmer bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Frankfurter Römerberg.

Das Dom-Römer-Projekt

Im Herzen Frankfurts befand sich einst eine der schönsten und größten zusammen-hängenden, mittelalterlichen Altstädte des Landes. Im Zweiten Weltkrieg wurde diese nahezu vollständig zerstört.

Mit dem Dom-Römer-Projekt, einem europaweit einzigartigen Bauprojekt, hat Frankfurt nun einen Teil seiner Geschichte zurückbekommen. Auf den historischen Grundrissen entstanden insgesamt 15 Rekonstruktionen historischer Gebäude und 14 zeitgenössische Neubauten, die die typischen Stilelemente der Frankfurter Altstadt aufgreifen.

Auf rund 7.000 Quadratmetern, wo sich früher das Technische Rathaus der Stadt befand, sieht man nun wieder alte Gassen und Plätze. Wie früher gibt es neben Wohnungen auch kleine Läden, Restaurants und Museen, wie das des Frankfurter Mundartdichters Friedrich Stoltze.

Bericht Führung durch die Frankfurter Altstadt

Das Haus „Zu den drei Römern“ bildet den Eingang vom Römer kommend in die neue Altstadt. In dem Neubau treffen zeitgenössische Architektur und historische Fragmente aufeinander. Ganz bewusst hat man die Fassade des Gebäudes schlicht und schmucklos gehalten, um so einen Spannungsbogen zu den aufwendig und eindrucksvoll gestalteten Altstadt-Häusern zu ziehen.

Im Erdgeschoss sind originale rotsand-steinerne Renaissance-Arkaden verbaut. Diese enthalten sogenannte Spolien, also Beschädigungen, wie Risse, Absplitterungen und Brandnarben, die im Krieg entstanden sind und ein eindrucksvolles Zeitzeugnis darstellen.

Das jeweils untere Gesims enthält eingravierte und in Gold gefasste Spruchbänder, die vom ursprünglichen Haus an dieser Stelle übernommen wurden.

Bericht zur Führung durch die Frankfurter Altstadt

Die Rekonstruktion einer aus Nussbaum gefertigten, lebensgroßen Madonnenfigur aus dem 15. Jahrhundert ziert heute wieder das Haus „Goldenes Lämmchen“.  Die intensiv leuchtenden Farben des Gewands sind dem Original nachempfunden, das sich im Depot des Historischen Museums befindet. Eine Besonderheit zeigt der Madonnenmantel. nach dem kirchlichen Selbstverständnis sollte das Reichste nach außen gekehrt sein. So ist der Mantel außen mit Blattgold belegt und nur innen blitzt das typische Blau hervor.

Bericht zur Führung durch die neue Frankfurter Altstadt

Das Haus „Goldene Waage“ ist das unbestrittene Highlight der neuen Altstadt. Die detailreiche Renaissancefassade stammt aus dem Jahr 1619. Das Haus beherbergt eine reichverzierte Stuckdecke sowie einen offenen Dachgarten, das sogenannte Belvederchen. Unter dem Gebäude befindet sich der archäologische Garten, in dem Ausgrabungen der römischen Niederlassung auf dem Domhügel und der karolingischen Königspfalz Frankfurt zugänglich gemacht wurden.

Goldener Waage

Dass in die Altstadt mittlerweile wieder Leben eingezogen ist, zeigen die zur Lüftung geöffneten Fenster und die mit Blumenkästen geschmückten Fassaden.

Bericht zur Führung durch die neue Frankfurter Altstadt

Der in einen Neubau integrierte Torbogen eröffnet interessante Blickachsen. Die durch die Häuser und Plätze entstandenen neuen Perspektiven geben dem Besucher zudem ein besseres Gefühl für Entfernungen. So lässt sich der Weg, der vom Eingang der Altstadt bis zum Dom zurückgelegt werden muss, durch die Größe der Häuser und Längen der Häuserzeilen, sehr viel leichter einschätzen.

Bericht Führung durch die neue Frankfurter Altstadt

Da Erfolg bekanntlich beflügelt, haben die Stadtplaner Frankfurts bereits ein neues Projekt in der Pipeline. Unter dem Arbeitstitel „Der Lange Franz – das fehlende Stück Skyline“, bewirbt der Brückenbauverein die Rekon-struktion der Turmspitze des Frankfurter Rathauses. Nähere Informationen unter: www.derlangefranz.de

Bericht Frankfurter Altstadt

Der zweistündige Spaziergang bot den Teilnehmern einen ausgesprochen interessanten und kurzweiligen Einblick in die Entstehungsgeschichte, die Planung und Umsetzung eines einzigartigen Projekts, dessen Ergebnis in beeindruckender Weise nun im Herzen Frankfurts zu besichtigen ist.

An alle, die nicht an der Führung teilnehmen konnten: Planen Sie doch mal einen Rundgang über den Römerberg und durch die neue Altstadt an einem der zukünftigen Wochenenden ein. Buchungen über: www.frankfurter-stadtevents.de. Es lohnt sich wirklich!