Herrlich sonniges Herbstwetter begrüßte die Teilnehmer der LFG Technik, die sich am 10. und 11. Oktober 2019 zu ihrem Jahresabschluss-Treffen im wunderschönen Weinstädtchen St. Martin trafen. Nach Anreise und Bezug der Zimmer im Hotel „Consulat des Weines“ stimmte sich die Gruppe zunächst bei einer Weinprobe des Weinguts „Herrengut St. Martin – Hundt von Saulheim“ auf den gemeinsamen Abend und den nächsten Tag ein.

Das Weingut wird bereits in der 5. Generation von der Familie Schneider geführt, die sämtliche ihrer Gutsweine, Lagenweine und Terroirweine in Direktvermarktung an ihre Kunden verkauft. Die von Frau Sabine Schaeffer ausgesprochen informativ und lebendig geführte Weinprobe bot Wissenswertes zur Weinproduktion, den verschiedenen Weinsorten und – ganz besonders interessant –  zu den sich verändernden klimatischen Verhältnissen. So waren die Temperaturen der letzten beiden Sommer in Deutschland vergleichbar zu denen in Südfrankreich vor ca. 15 Jahren. Das ist für den Weinanbau – anders als für den Rest der Landwirtschaft – per se kein Drama, da die Weinstöcke, mit ihren tief in die Erde reichenden Wurzeln, gut mit Trockenheit zurechtkommen.  Um jedoch die gewohnte Qualität des Weins beizubehalten, müssen die Trauben vor zu viel Sonne geschützt werden. Hierzu gibt es für die Winzer Mittel und Wege, dies zu bewerkstelligen. Zum Beispiel kann man die jungen Beeren durch Ausdünnen des Blattwerks schon früh im Jahr an die Sonne gewöhnen, damit es nicht zu einem Sonnenbrand und damit zu Geschmackseinbußen kommt.  An die Weinprobe schloss sich dann ein gemeinsames Abendessen an, das die Mitglieder zu gegenseitigem Kennenlernen sowie angeregter Unterhaltung und Erfahrungsaustausch nutzten. Am nächsten Morgen ging es nach einem reichhaltigen Frühstück nach Mannheim zur Besichtigung des Traktorenwerks John Deere.

Mit rund 70.000 Mitarbeitern weltweit und einem Jahresumsatz von 37,35 Mrd. US Dollar in 2018 ist John Deere der größte Landmaschinenhersteller weltweit, der rund 7 % seiner Maschinenumsätze in Forschung und Entwicklung investiert. Das Werk in Mannheim, mit 3.049 Mitarbeitern, ist das größte außerhalb Nordamerikas. Seit 1921, damals die Heinrich Lanz AG bis zur Übernahme durch John Deere im Jahre 1956, wurden hier über 1,84 Mio. Traktoren gebaut. So kommen zwei Drittel der deutschen Traktorenproduktion aus Mannheim, wo 95 bis 250 PS-Traktoren in Rahmenbauweise hergestellt werden.

Vor Beginn der Führung gab es die Gelegenheit im John Deere Forum einige sehr beeindruckende Traktorenmodelle der neuesten Generation zu besichtigen, aber auch den „Waterloo Boy“, einen Traktor der ersten Stunde, der geradezu niedlich neben seinen jüngeren Brüdern anzuschauen ist.  Danach ging es zu Fuß über das weitläufige Werksgelände in die Produktionshalle, wo man in den einzelnen Produktionsstufen, von der Zahnradfertigung, Qualitätsprüfung, Vermessung, Getriebemontage bis zur Endmontage,  den konzentriert arbeitenden und gut gelaunten Werkern bei den verschiedenen Arbeitsschritten und -abläufen zuschauen konnte. Die komplette Fertigung eines Traktors dauert im Schnitt ca. 4 Tage, wobei es statistisch bis zu einer Million Mal dauert, bis tupfengleich dasselbe Modell vom Band läuft.

Beindruckt von der Dynamik und der Atmosphäre, die in diesem hochmodernen, automatisierten und digitalisierten Werk herrschen, verabschiedeten sich die Teilnehmer nach einem Gruppenbild auf den Heimweg.