Herrlicher Sonnenschein und hochsommerliches Wetter begleiteten die Mitglieder des CDH Mitte am 30. August 2019 bei ihrem Besuch des Schlosses und des Schmetterlingsgartens der Fürstenfamilie Sayn-Wittgenstein-Sayn in Bendorf bei Koblenz.

Nach Begrüßung der Teilnehmer ging es zunächst zu einem geführten Rundgang durch das Fürstliche Schloss.

Führung im Eingang
Führung 1. Stock

Der Fürst und die Fürstin Sayn-Wittgenstein-Sayn

Fürst Ludwig Adolf Friedrich zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (1799-1866), der 1848 mit seiner wohlhabenden Gemahlin Leonilla Fürstin Bariatinska (1816-1918) aus Russland in die Heimat seiner Familie zurückkehrte, kaufte das Anwesen mit den gesamten zugehörigen Liegenschaften von dem damaligen Koblenzer Landrat Graf Clemens Boos von Waldeck.

Fürst Ludwig Adolf Friedrich zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (1799-1866)

Fürstin Leonilla

Leonilla Fürstin Bariatinska (1816-1918)

Schloss Sayn

Das Fürstliche Schloss

Das barocke Herrenhaus, dessen Kern das spätmittelalterliche Burghaus bildete, ließ das Fürstenpaar zum standesgemäßen Schloss umgestalten und vergrößern.  Mit dem Umbau wurde der Architekt Girard (1806-1872), der spätere Generalintendant des Louvre, betraut. Girard wählte, dem Zeitgeist und den Wünschen seiner Auftraggeber entsprechend, den neugotischen Stil.

Das Schloss wurde 1945, kurz vor Kriegsende, erheblich beschädigt und verfiel. Mit wiedererwachender Wertschätzung der Neugotik erklärte man Schloss Sayn zu einem Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Von 1995 bis 2000 wurde ein vom Land Rheinland-Pfalz gefördertes Revitalisierungs- und Restaurationsprogramm durchgeführt.

Das Schlossmuseum

Eine beindruckende Sammlung persönlicher Gegenstände der Fürstenfamilie, wie z. B. Brautkleider und Taufkleider, Gemäldesammlungen, Porzellan oder die gusseisernen Kunstwerke, die in der Sayner Hütte hergestellt wurden, beherbergt das Schlossmuseum.

Besonders beeindruckend und interessant sind die liebevoll gestaltete Arbeiterküche und der Berliner Salon der gehobenen Gesellschaft, die aus originalen Möbeln und Gebrauchsgegenständen aus dieser Zeit zusammengetragen wurden.

Wasserrohr mit Kissen

Schlossgeist „Eisenkrönchen“

Was wäre ein Schloss ohne einen standesgemäßen Geist, der durch die Gemächer spukt. Im Fall des Schlosses Wittgenstein-Sayn ist es die Geisterprinzessin „Eisenkrönchen“, die am liebsten ihr Unwesen in den alten Wasserrohren des Schlosses treibt.

Diese Rohre wurden in der Gießerei des Ortes Bendorf gefertigt und versorgten das Schloss bereits in frühen Jahren mit einem Heißwasseranschluss.  Wenn Eisenkrönchen tagsüber schläft, verstopft sie das Rohr mit einem Kissen.

Der Schmetterlingsgarten

Im Anschluss an die Führung ging es dann zur Hauptattraktion des Ausflugs, dem Schmetterlingsgarten. Wunderschön gestaltet und gepflegt, befindet er sich in einem großangelegten Gewächshaus am Eingang zum Schlosspark. Viele tropische Pflanzen und ein kleiner Teich mit Bachlauf bieten den Schmetterlingen eine artgerechte Heimat.

Dabei muss der Besucher sie nicht erst suchen. In mitunter beeindruckender Größe, Gestalt und leuchtend bunten Farben umschwirren sie den Besucher schon beim Hereinkommen. Völlig ohne Scheu und besonders von duftendem Parfum angezogen, kann es vorkommen, dass ein Schmetterling sich auch auf Hand oder Kopf niederlässt. Schildkröten, Wachtelfamilien, Heuschrecken und sogar ein Chamäleon in seinem Terrarium können zudem im Gewächshaus bewundert werden.

Fürstin Sayn-Wittgenstein-Sayn

Gabriela Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn hat sich dem Schmetterlingsgarten in besonderem Maße verschrieben. Als Geschäftsführerin arbeitet sie intensiv mit Schmetterlingsfarmen in Südamerika zusammen. Dabei liegt ihr der Schutz des Regenwaldes und die Unterstützung der Farmen, die Arbeitgeber für viele Menschen in dieser Region sind, besonders am Herzen.

In regelmäßigen Abständen kommen kleine Pakete bei der Leitung des Gartens an, in denen sich Schmetterlinge noch im Verpuppungsstadium befinden. Gut geschützt in einem Schrank im Gewächshaus werden die Puppen mit einem seidenen Faden an Stangen angebracht. Nun heißt es warten, bis häufig in den frühen Morgenstunden die Schmetterlinge schlüpfen und der Wärter den Schrank öffnet, um die Neuankömmlinge in die Freiheit des Gartens zu entlassen.

Schmetterlingskokon Schloss Sayn
Waldeule
Schmetterlingspark Sayn

Zu sehen gibt es den Atlas-Spinner aus China, der fast bewegungslos im Tagschlaf verharrt, den blauen Morpho aus Brasilien, Monarch, Gemeiner Kreuzer, Roter Pfau und ein Schmetterling namens Waldeule, der sich in verblüffender Weise mit der Abbildung eines Schlangenkopfes vor Fressfeinden schützt.

Harrys Bar
Schildkrötenteich

Ein Schmetterling lebt in seiner schönsten Form leider nicht sehr lange. Während ihres kurzen Daseins – im Schnitt leben sie nur ca. 6 Wochen –  fehlt es den Schmetterlingen an nichts. In Harry´s Bar oder Rick´s Café naschen sie an

Bananen oder frischen Orangen und stillen ihren Durst an einem mit Wasser getränkten Schwamm.

Wir vom CDH Mitte bedanken uns recht herzlich für die rege Teilnahme und freuen uns schon auf die nächste Führung zum Bunker der Bundesbank in Cochem.